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Hinweis: Das Buch Solin beschreibt eine fiktive
Religion im Rahmen sogenannter Live-Rollenspiele (LARPs). Alle
Informationen auf dieser Webseite sind Fantasieprodukte der
Spieler. Ähnlichkeiten mit realen Personen, Orten oder Begebenheiten
wären rein zufällig. Informationen über LARP im allgemeinen finden
sich in der LARP-FAQ.
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Das Buch Solin
Ein wahrhaftiger Bericht von der Rückkehr der
Götter nach
Celestria
Getreulich verfaßt von Kolon und Sugato
Sturmhafen, im Jahr der Wiederkehr
Die Zeit der Legenden
Aus der Finsternis der Drachen,
Aus unseren Schrei´n nach Licht
In das leere Angesicht des schwarzen Mondes aufsteigend
ein gedämpftes licht erstrahlt in Lichtenquell,
ein Ritter der Wahrheit und der Macht,
der rief die Götter selbst herab
und schmiedete die "Klinge des Himmels"
welche durchdrang die Seele
aller Drachen und vertrieb den Schatten ihrer Schwingen
von den hell leuchtenden Tälern und Wiesen.
Manthus, der Große Gott des Guten
Strahlte an der Seite Dondarions,
er stärkte die Klinge in seiner Rechten Hand,
und Dondarion erstrahlte in tausendfachem Mondschein,
drängt' fort die Herrin der Finsternis,
drängt' fort die Plage ihrer kreischenden Heerschar,
zurück in das dunkle Königreich des Todes
wo ihre Verwünschungen
sich stürzten auf nichts und wieder nichts
tief unter dem heller werdenden Land.
So endet im Donner das Zeitalter der Träume
Und begann das Zeitalter der Macht.
Also erhob sich Lichtenquell, Reich des Lichts und der Wahrheit,
stieg auf im Westen,
wo Minarette aus Weiß und Gold
sich rankten gen Sonne und der Sonne Glanz,
verkündend das Ende alles Bösen,
und Lichtenquell, die gebar und umsorgte
die langen Sommer des Guten,
strahlte wie ein Meteor
am weißen Firmament der Gerechten.
Und doch, in der Helligkeit des Sonnenlichts
Sah die Hohepriesterin Schatten:
Bei Nacht sah sie Bäume als
Kreaturen mit Dolchen, die Bäche
Schwarz und zäh fließend unter dem schweigenden Mond.
Sie sucht in Büchern nach den Pfaden Dondarions
Sie sucht Rollen, Zeichen, Zauber
Damit auch sie herbeirufen könne die Götter,
damit sie fände deren Hilfe bei ihren heiligen Zielen,
sie mögen die Welt von Sünde reinwaschen.
Dann kam die Zeit der Finsternis und des Todes,
als die Götter sich abwandten von der Welt.
Ein Berg aus Sünde stürzte einem Kometen gleich auf Lichtenquell,
die Stadt barst wie ein Schädel in der Verzweiflung,
einst fruchtbare Täler gebaren Krieger,
die Felder seufzten unter den Schlachten,
Bürger gegen Bürger, Bauern gegen Bauern,
die Straßen Celestrias quollen über
und wurden zu den Pfaden der Toten.
Ein Fluß vom Blute rot gefärbt,
zum Fluch der toten Seelen wurde.
Die Dunkle Tyra aber,
gewann Kraft aus der Verzweiflung,
trank in Wollust die Panik
und ergötzte sich an Wut und Gewalt
Also begann das Zeitalter der Verzweiflung.
Die Straßen waren bloß noch wirr.
Die Winde und Steppenwinde verweilten
in den Trümmern der Städte.
Als die alte Götter verschwanden in der Nacht,
riefen wir den leeren Himmel an
in der Kälte, teilten das Grau
zu den Ohren der Neuen Götter.
Der Himmel ist ruhig, still, verharrend.
Kein Zeichen von der alten Macht der wahren Götter
Die Wanderer
Seit jener Zeit war die Welt öd und von allen Göttern verlassen. Die
Menschen schufen sich allerlei Götzen und falsche Bildnisse und
beteten zu Ihnen. Unter ihnen war ein stetes Streiten, welcher ihrer
Abgötter der wahre Lenker der Weltengeschicke sei. Und seit
Generationen war die Welt ohne Götter und die Menschen waren ohne Ziel
und flehten zu ihren Idolen aber es war ihnen keine Antwort.
In jener Zeit trafen auf der Insel der Winde, die man auch Sturmhafen
nennt, sechs Reisende aufeinander und sie sahen einander an und
sahen: hier ist ein verwandter Geist, der die ödnis der Welt nicht
ertragen mag. Und sie erzählten sich ihre Träume, denn ein jeder und
eine jede von ihnen hatte geträumt. Und in dem Traum war eine weise
Frau, die zu ihnen Sprach. Und sie lehrte sie von ihrer Weisheit. Und
ein jeder und eine jede von ihnen ließ Haus und Hof hinter sich und
sagte den Seinen Lebwohl, denn es drängte einen jeden und eine jede
von ihnen in die Welt, um die vollkommene Weisheit zu erlangen. Und
es zog sie in den Norden der Insel, wie es die Taube in den Schlag
zieht und wie es den Kranich gen Süden zieht. Und auf dem Weg trafen
sie einander und sagten: wir wollen zusammen reisen, denn wir haben
den gleichen Weg und wir haben das gleiche Ziel.
Und nach langer Reise kamen sie an ein Wirtshaus im Norden und es war
ihnen, als hätte ihre Reise ein Ziel gefunden, denn es drängte sie
nicht mehr zu reisen. Und die Herrin der Schänke hieß sie willkommen
und gab ihnen zu Essen und zu trinken und gab einem jeden und einer
jeden ein Lager.
Und sie sagte ihnen: hier in dieser Kammer, da lasset euch nieder und
rastet. Und verweilt solange es euch behagt, denn ich sehe ihr sucht
die Wahrheit und den Glauben und die Wahrheit bedarf langer Dauer und
der Glaube muß reifen.
Und so wohnten sie in der Schänke und schufen einen Ort der Ruhe in
ihrer Kammer und erzählten sich ihre Träume.
Erster Traum
"Ich kam an eine Hütte, in der eine weise alte Frau saß und also zu
mir sprach:
Ein Mann verbirgt einen Schatz in einer sehr tiefen Grube und denkt:
Wenn künftig einmal die Notwendigkeit eintritt, wird er mir von Nutzen
sein. Wenn ich vom Könige angeklagt oder von einem Diebe ausgeplündert
bin, oder zur Ablösung einer Schuld, oder bei teurer Zeit und
Unglücksfällen. Dies sind die Gründe, aus denen man das, was in der
Welt ein Schatz genannt wird, verbirgt.
Zugleich aber nützt der ganze Schatz, der in der sehr tiefen Grube
wohl verborgen liegt, diesem Manne in keiner Weise etwas. Entweder
verschwindet der Schatz von seinem Platze, oder die Gedanken des
Mannes werden beunruhigt, oder Schlangengeister entfernen ihn, oder
Unholde nehmen ihn fort. Oder seine Feinde und Erben heben ihn, wenn
er's nicht sieht; wann das moralische Verdienst erschöpft ist,
schwindet alles dieses dahin.
Es gibt einen wohl verborgenen Schatz, den Frauen und Männer besitzen
auf Grund ihrer Wohltätigkeit, Selbstzucht und Beherrschung. Im
heiligen Schrein in der Gemeinde, im Individuum, in den Fremdlingen,
in Mutter und Vater oder im ältesten Bruder ist dieser uneinnehmbare
Schatz, ein treuer Begleiter, wohl verborgen. Wer die vergänglichen
Dinge aufgegeben hat, nimmt ihn beim Tode mit sich.
Ein Schatz, der mit andern nicht geteilt wird, den Diebe nicht stehlen
können. Möge der Standhafte gute Werke tun; dies ist der Schatz, der
ihn begleitet.
Dieser Schatz gibt Göttern und Menschen alles, was sie verlangen;
alles, was sie sich wünschen, wird durch ihn erlangt. Liebreiz, eine
klangvolle Stimme, Anmut und schöne Gestalt, Macht und Glanz: alles
wird durch ihn erlangt. Die Herrschaft über ein Land, Königswürde, das
angenehme Glück der Weltherrschaft und auch Götterherrschaft unter den
Himmlischen: alles wird durch ihn erlangt.
Menschliches Glück, jede Freude in der Götterwelt und der völlige
Besitz des Himmels alles wird durch ihn erlangt. Wissen, Erlösung,
Selbstbezähmung, nachdem man, weise lebend, gute Freunde für sich
gewonnen hat alles wird durch ihn erlangt. Die analytischen
Kenntnisse, die Befreiungen, alle Tugenden eines heiligen Jüngers, die
Erleuchtung für sich selbst und die Stufe eines Propheten: alles wird
durch ihn erlangt.
So ist dieses, nämlich der Besitz moralischen Verdienstes, von großer
magischer Kraft. Deshalb preisen die Standhaften, die Kundigen, den
Zustand moralischer Verdienstlichkeit."
Zweiter Traum
"Sehet, ich bin überaus besorgt; denn siehe, mir scheint, ich sah in
meinem Traum eine finstere und trostlose Wildnis.
Und es begab sich: Ich sah einen Mann, der in ein weißes Gewand
gekleidet war; und er kam und stellte sich vor mich hin.
Und es begab sich: Er sprach zu mir und hieß mich ihm folgen.
Und es begab sich: Als ich ihm folgte, wurde ich gewahr, daß ich mich
in einer finsteren und trostlosen öde befand.
Und nachdem ich viele Stunden lang im Finstern gewandert war, fing ich
an, zu einem Gott beten, er möge zu mir barmherzig sein, gemäß seiner
großen, liebevollen Barmherzigkeit.
Und es begab sich: Nachdem ich zu dem Gott gebetet hatte, erblickte ich
ein großes und weites Feld.
Und es begab sich: Ich erblickte einen Baum, dessen Frucht
begehrenswert war, um einen glücklich zu machen.
Und es begab sich: Ich ging hin und aß von seiner Frucht, und ich
fand, daß sie sehr süß war, süßer als alles, was ich je zuvor gekostet
hatte. Ja, und ich sah, daß seine Frucht weiß war, weißer als alles,
was ich je gesehen hatte.
Und als ich von seiner Frucht aß, wurde meine Seele von überaus großer
Freude erfüllt; darum regt sich in mir der Wunsch, auch meine Familie
möge davon essen; denn ich wußte, daß diese Frucht begehrenswerter war
als jede andere.
Und als ich umherblickte, um vielleicht auch meine Familie zu sehen,
da gewahrte ich einen Wasserlauf, und sein Wasser floß nahe an dem
Baum vorbei, von dessen Frucht ich eben aß.
Und ich schaute und wollte sehen, woher das Wasser käme; und ich sah,
nicht weit entfernt, seinen Ursprung; und am Ursprung sah ich meine
Familie; und sie standen da, als wüßten sie nicht, wohin sie gehen
sollten.
Und es begab sich: Ich winkte sie herbei und rief ihnen auch mit
lauter Stimme zu, sie sollten zu mir herkommen und von der Frucht
essen, die begehrenswerter war als jede andere Frucht.
Und es begab sich: Sie kamen zu mir her und aßen auch von der Frucht.
Und es begab sich: Ich hatte den Wunsch, daß auch meine Nachbarn
kämen und von der Frucht äßen, darum blickte ich zum Ursprung des
Flusses hin, ob ich vielleicht meine Nachbarn sähe.
Und es begab sich: Ich sah sie, aber sie wollten nicht zu mir
herkommen und von der Frucht essen. Und ich erblickte eine eiserne
Stange, und sie lief dem Ufer des Flusses entlang und führte bis zu
dem Baum, bei dem ich stand.
Ich erblickte auch einen engen und schmalen Pfad, der an der eisernen
Stange entlangführte bis hin zu dem Baum, bei dem ich stand; er führte
auch am Ursprung vorbei zu einem Feld, so groß und weit, als sei es
eine Welt.
Und ich sah unzählige Scharen von Menschen, und viele von ihnen
strebten vorwärts, um auf den Pfad zu gelangen, der zu dem Baum
führte, bei dem ich stand.
Und es begab sich: Sie kamen herzu und betraten den Pfad, der zu dem
Baum führte.
Und es begab sich: Es stieg ein finsterer Nebel auf, ja, ein überaus
dichter finsterer Nebel, so daß diejenigen, die den Pfad betreten
hatten, den Weg verloren, abirrten und verlorengingen.
Und es begab sich: Ich sah noch andere vorwärtsstreben, und sie traten
vor und ergriffen das Ende der eisernen Stange; sie strebten durch die
finsteren Nebelschwaden vorwärts und hielten sich an der eisernen
Stange fest, bis sie herzukamen und von der Frucht des Baumes aßen.
Und nachdem sie von der Frucht des Baumes gegessen hatten, blickten
sie umher, als schämten sie sich.
Auch ich blickte ringsum und sah auf der anderen Seite des Wasserlaufs
ein großes und geräumiges Gebäude. Es stand gleichsam in der Luft,
hoch über dem Erdboden.
Und es war voll von Menschen, alt und jung, männlich und weiblich; und
sie waren auf das feinste gekleidet. Sie standen da und spotteten und
zeigten mit Fingern auf diejenigen, die herzugekommen waren und eben
von der Frucht aßen.
Und nachdem diese von der Frucht gekostet hatten, schämten sie sich,
weil die anderen sie verspotteten; und sie gerieten auf verbotene
Pfade und gingen verloren.
Nun aber berichte ich nicht alle Ereignisse meines Traumes.
Doch um es kurz zu schreiben, siehe, ich sah noch andere
Menschenscharen vorwärtsstreben; sie kamen und ergriffen das Ende der
eisernen Stange, und sie strebten auf dem Pfad vorwärts und hielten
sich dabei beständig an der eisernen Stange fest, bis sie herzukamen,
sich niederließen und von der Frucht des Baumes aßen.
Und er sah auch andere Menschenscharen, die sich den Weg zu dem großen
und geräumigen Gebäude ertasteten.
Und es begab sich: Viele ertranken in den Tiefen der Quelle; und viele
verlor er aus den Augen, denn sie wandelten auf fremden Pfaden.
Und groß war die Menge derer, die in das seltsame Gebäude
gingen. Nachdem sie in das Gebäude eingetreten waren, deuteten sie mit
dem Finger der Verachtung auf mich und auf diejenigen, die ebenfalls
von der Frucht aßen; aber wir beachteten sie nicht. Denn wer sie
beachtete, wurde abtrünnig."
Dritter Traum
"Ich kam an einen heiligen Ort und dort war ein gelehrter Mann, der
sprach zu einer Gruppe Geistlicher und lehrte sie diese Worte:
Diese zwei Arten des Strebens, ihr Mönche, gibt es das edle Streben
und das unedle Streben. Und was, ihr Mönche, ist das unedle
Streben? Da sucht, ihr Mönche, einer, selber der Geburt unterworfen,
gerade das der Geburt Unterworfene; selber dem Altern unterworfen,
sucht er gerade das dem Altern Unterworfene; selber der Krankheit
unterworfen, sucht er gerade das der Krankheit Unterworfene; selber
dem Sterben unterworfen, sucht er gerade das dem Sterben Unterworfene;
selber dem Kummer unterworfen, sucht er gerade das dem Kummer
Unterworfene; selber der Beschmutzung unterworfen, sucht er gerade das
der Beschmutzung Unterworfene.
Dieses, ihr Mönche, ist das unedle Streben.
Und was, ihr Mönche, ist das edle Streben? Da, ihr Mönche, sucht
einer, selber der Geburt unterworfen, in diesem der Geburt
Unterworfensein das Elend erkennend, die geburtfreie, unvergleichliche
innere Beruhigung, das Verlöschen; selber dem Altern unterworfen, in
diesem dem Altern Unterworfensein das Elend erkennend, sucht er die
alternsfreie, unvergleichliche innere Beruhigung, das Verlöschen;
selber der Krankheit unterworfen, in diesem der Krankheit
Unterworfensein das Elend erkennend, sucht er die krankheitfreie,
unvergleichliche innere Beruhigung, das Verlöschen; selber dem Sterben
unterworfen, in diesem dem Sterben Unterworfensein das Elend
erkennend, sucht er die todfreie, unvergleichliche innere Beruhigung,
das Verlöschen; selber dem Kummer unterworfen, in diesem dem Kummer
Unterworfensein das Elend erkennend, sucht er die kummerfreie,
unvergleichliche innere Beruhigung, das Verlöschen; selber der
Beschmutzung unterworfen, in diesem der Beschmutzung Unterworfensein
das Elend erkennend, sucht er die schmutzfreie, unvergleichliche
innere Beruhigung, das Verlöschen.
Dieses, ihr Mönche, ist das edle Streben."
Kolons Bericht
"Ich war ein Lehrer, viele Jahre wandelte ich unter den Menschen und
lehrte sie. Ich lehrte sie die Schrift, die Kunst der Zahlen die
Beobachtung ihrer Umwelt und des Wetters. Dinge die ihnen ihr Leben
erleichterten.
Während ich unter den Menschen auf der Insel der Winde wanderte lernte
ich auch von ihnen. Was ich lernte wog ich ab und machte mir zu eigen
was ich für gut befand und gab es an die weiter die noch nicht davon
wußten. So wandelte ich viele Jahre unter den Menschen auf der Insel
der Winde, lernte und lehrte und war zufrieden.
Ich war ein Geschichtenerzähler, viele Jahre wandelte ich unter den
Menschen und hörte die Geschichten die sie sich erzählten. Ich hörte
ihnen zu und nahm die Geschichten in mich auf. Wenn ich weiter wanderte
kam ich zu Menschen die andere Geschichten erzählten. Ich nahm diese
wiederum in mich auf und erzählte ihnen jene Geschichten die ich von
anderen gehört hatte.
Auch auf diese Weise verbreitete ich Wissen unter den Menschen und tat
dies viele Jahre. Ich wandelte unter den Menschen auf der Insel der
Winde, lehrte sie Wissen und Geschichten und war zufrieden.
Dann kam eine Zeit in der meine Träume anders wurden als sie bisher
gewesen waren, und meine Zufriedenheit schwand. Ich begann zu bemerken
das mir etwas fehlte, wußte aber nicht was es sein könnte. Als ich
über die Geschichten der Menschen nachsann bemerkte ich das auch in
diesen etwas fehlte, auch hier wußte ich nicht worum es sich dabei
handeln könnte.
Die Träume die mich in diesen Tagen unruhig werden ließen handelten
immer öfter von Entscheidungen die ich zu treffen, und Wegen die
ich zu wählen hatte. In meinen Träumen gab es falsche Entscheidungen
und Wege die mich unzufriedener, und richtige Entscheidungen und Wege
die mich zufriedener machten. Ich wußte nicht warum dies so war.
Eines Tages kam ich an eine Weggabelung. Mein eigentliches Ziel lag
zur rechten Hand, als ich mich jedoch dorthin wenden wollte fühlte
ich das dieser Weg der falsche war. Ich gab meinen Gefühlen nach und
wählte den Weg zur linken Hand ohne zu wissen wohin er mich führen
würde. Was ich jedoch wußte war das es der richtige Weg war und das
war genug. Fortan ließ ich mich von diesen Gefühlen leiten. Meine
Unzufriedenheit ließ nach und ich wußte das ich das richtige tat ohne
jedoch zu wissen was ich tat.
Auf meinem Weg begegnete ich anderen die wie ich fühlten, auch sie
wurden von ihren Träumen geleitet und wußten daß sie nicht fehlgingen.
Wir setzten unseren Weg gemeinsam fort, erzählten uns gegenseitig
unsere Geschichten und Träume und stellten fest, daß wir aus ihnen
lernen konnten.
Wir fanden eine Schenke im Wald und da wir hungrig, durstig und müde
vom Weg waren kehrten wir dort ein. Eine Frau führte diese Schenke
und sie nahm uns auf. Sie gab uns Speise, Trank und Schlafstätten, wir
waren ihr dankbar und halfen ihr denn sie schien Hilfe zu brauchen.
Ohne es das wir es wußten war unsere Reise zu einem vorläufigen Ende
gekommen. Sie gab uns noch viel mehr als Nahrung und Unterkunft.
Während wir in ihrer Schenke weilten und weiter aus unseren Träumen
zu lernen suchten gab auch sie uns Geschichten. Und wir bemerkten das
diese Geschichten nicht hohl und leer waren wie so viele andere,
sondern das in ihnen Warheit lag aus der wir lernen konnten.
So blieben wir und lernten, nach einiger Zeit bemerkten wir das wir
nichts neues lernen sondern nur bereits bekanntes vertiefen konnten.
Dennoch verpürten wir keine Unzufriedenheit und blieben. Eines Tages
kamen Fremde zur Schenke und kehrten dort ein... dies sollte die Dinge
in Bewegung bringen."
Die Fremden
Und als sie eine Weile dort verbracht hatten, kamen viele Reisende aus
dem Wald. Sie waren verwirrt denn sie waren aus einem fernen Land, das
das Land der Mitte heißt durch einen seltsamen Nebel auf die Insel der
Winde gekommen. Es waren viele tapfere Streiter und gelehrte Männer
und Weiber unter ihnen und sie kehrten in dem Gasthof ein und sie
erzählten den sechs Suchenden von den Göttern des Landes der
Mitte. Doch diese sagten: was ihr sagt hat Weisheit doch sind dies
nicht unsere Götter.
Der Schrein
Und so geschah es, daß die Suchenden eines Morgens aufbrachen um den
Schrein der wahren Götter zu finden. Sie wurden vom Geist geführt; sie
wußten nicht im voraus, was sie tun sollten. So zogen sie aus der
Schänke in den nahen Wald.
Und in dem Wald vor der Schänke, da war ein alter Schrein. Und in dem
Schrein, da waren vier Mulden. Und die Mulden waren kreisrund und
gerade gefügt, als wenn sie kreisrunde Tafeln halten sollten. Doch die
Mulden waren leer.
Und während sie den Schrein betrachteten und auf ein Zeichen warteten
sprach eine Stimme zu ihnen.
"Sehet, ich bin Solin, der helle Mond und die wohlwollende Zauberkunst
und mit mir ist Manthus, mein Vater und er ist Vater der Welt und mit
ihm ist Quenn, meine Mutter und sie ist Mutter der Schöpfung und mit
uns ist Dorian, mein Bruder und er ist der rechtschaffene Zorn."
Und es war ihnen, als schiene der Mond mit dem Glanz von tausend
Monden. Und sie warfen sich nieder vor dem Schrein. Und die Stimme
sprach zu ihnen.
"Ziehet hin und suchet die vier Tafeln, die die Symbole der Familie
des Lichts tragen, daß unser Schrein vollkommen werde und die Menschen
uns wieder schauen sollen.
Sucht die Scheibe, die das Zeichen der Welt trägt. Gewendet dach drei
Seiten bewehren die Güte, die Herrschaft und die Wachsamkeit das Feld
von Silber. Die Macht der Himmelsklinge schützt mit dreifachem
Dorn. Dies sei euch offenbar, wenn ihr es findet.
Sucht die Scheibe, die das endlos in sich verschlungene Band trägt,
das Zeichen der Ewigkeit der Schöpfung. Das heilige Azur des
Firmaments leuchtet immerwährend als Zeichen der Zeit, die Heilung und
Erneuerung bringt. Dies sei euch offenbar, wenn ihr es findet.
Sucht die Scheibe, die das Zeichen des hellen Mondes
trägt. Gleichförmig gewölbt nach allen Richtungen wehrt das silberne
Antlitz der zerstörenden Zauberkraft. Dies sei euch offenbar, wenn ihr
es findet.
Sucht die Scheibe, die ein flammendes Schwert trägt, das Sinnbild der
Gerechtigkeit und des heiligen Zorns, der die Gesetzesbrecher strafen
wird. Treue und Tapferkeit sollen die Klinge leiten, die der Gerechte
wider die Rattenklaue und den Eidbrecher führt. Dies sei euch
offenbar, wenn ihr es findet.
Und wenn ihr die vier Tafeln gefunden habt, so kehrt in diesen Schrein
zurück und setzt die Tafeln ein, daß er vollkommen werde und die
Menschen uns wieder kennen sollen."
Und so zogen sie aus, die Scheiben zu finden. Und die Fremden aus dem
Lande der Mitte und die Reisenden von der Insel der Winde zogen alle
umher und suchten die vier Tafeln. Und sie fanden sie eine um die
andere und brachten sie in die Herberge um den Schrein neu erstehen zu
lassen. Doch waren unter ihnen Verräter und diese zerstörten die
Tafeln und der Schrein konnte nicht neu entstehen.
Und Solins Herz verhärtete sich wider die Menschen.
Die Vision des Kolon
Und Kolon hatte einen schweren Traum, unruhig wälzte er sich in seinem
Bett, ein Aufwachen war ihm verwehrt, ebenso das Bewußtsein daß es
sich "nur" um einen Traum handelte, wie bei vielen seiner Träume in
der letzten Zeit war ihm bewußt, daß Wahrheit in diesem Traum lag.
Grausame Wahrheit, die erst gedeutet und entschlüsselt werden muß,
jedoch um nichts weniger wahr als die guten Träume in den Nächten
zuvor:
Dunkelheit... Kälte... Stille... nicht einmal der eigene Atem oder
Herzschlag sind zu hören oder zu spüren. Nach einer unschätzbaren
Zeitspanne ein Licht... winzig und nah oder fern und riesig? Ein
Eindruck von Bewegung auf das Licht zu... es wird größer.
Langsam wird ein Wesen erkennbar... die Flammen des jetzt erkennbaren
großen Feuers schlagen blitzende Funken aus schwarzen Schuppen... ein
hoch aufgerichteter Echsenkörper bildet die Rückwand eines
geschlossenen Kreises der von einem gleichfalls schwarzgeschuppten
Schwanz gebildet wird... riesige Lederhäutige Flügel wirken wie eine
Halbkuppel die sich darüber spannt... Der gewaltige schwarze Drache
beugt seinen Hals und schaut auf das was sich im Kreis abspielt.
Eine hochgewachsene Gestalt steht vor dem lodernden Feuer... gehüllt
in eine tiefschwarze Robe... die Kapuze über den Kopf gezogen das
Gesicht liegt in ihrem Schatten verborgen und ist nicht zu sehen
... die Robe verbirgt zwar das Gesicht der Gestalt kann aber nicht
verhüllen das es sich um einen sehr schlanken Mann handelt... Er hebt
mit fast linkischen Bewegungen die Arme und intoniert einen
fremdartigen Gesang... Die Augen des Drachen über ihm blitzen auf.
Vor dem Robenträger ein schwarzer Steinaltar... bedeckt mit
geheimnisvollen Runen und Zeichen... darauf gefesselt ein zweiter
Mensch... nackt... hilflos... allein... der Robenträger beendet
seinen Gesang und greift an seine Gürtel... er hebt wieder die Arme
... ein Dolch blitzt... ein langes Wort... der Dolch stößt herab...
Neeeiiiinn! Von kaltem Schweiß bedeckt erwacht Kolon.
Die Horden der Finsternis
Und während die Gäste der Herberge noch nach den Scheiben der lichten
Familie suchten, kam von der Küste her die Kunde, daß ein großes Heer
von verlorenen Seelen sich anschickte, die Insel zu überfallen. Der
Rostfürst schickte seine Kreaturen um die Menschen zu
verderben. Finsternis senkte sich auf die Insel nieder und die Horden
der Verwesung rückten näher, Tod und Seuchen hinter sich lassend.
Und die Suchenden machten sich auf, um die Menschen zu mahnen, daß sie
sich rüsten sollten und mit der Kraft der lichten Götter sich den
Heerscharen des Verderbers Morgax entgegenstellen. Doch die Menschen
riefen "Wo denn, sind Eure Götter?" Und sie wußten es nicht.
Da rief die Herrin der Herbege die Suchenden zu sich und erschien
ihnen als ein goldener Drache und sie fürchteten sich sehr. Und die
Drachin tadelte sie und sprach zu ihnen: habe ich euch nicht diese
Kammer gegeben, daß ihr darin wachen solltet? Denn sehet darunter
liegt meine Brut, die ich vor den Heerscharen des Verderbers Morgax
bewahren muß und bald nahen die verlorenen Seelen und die Leiber der
gestorbenen und meine Brut ist ohne Schutz.
Nun will ich die Reisenden und die Menschen des Landes zu den Waffen
rufen, daß sie sich den Unholden entgegenstellen sollen. Ihr aber,
gehet nun hin und flehet zu den Göttern des Lichts und bewegt sie
mit der Kraft eures Gebetes dazu, uns beizustehen gegen ihre
finsteren Geschwister, oder wir werden alle verderben, und dieses Land
mit uns.
Gebet zu den Göttern des Lichts
Und sie gingen hin und sie knieten auf dem Feld, wo die Schlacht gegen
die Heere der Toten erwartet wurde und sie riefen die Götter des
Lichts an doch sie antworteten nicht.
Doch sie beteten weiter an die lichten Götter und verzagten nicht und
es erschien ihnen Solin und er sprach zu ihnen: sehet, die Götter des
Lichts verschließen ihre Herzen vor euch, denn ihr habt gefehlt. Ihr
habt die Zeichen des Lichts nicht vor Schaden bewahrt und ihr habt nicht
den Schrein geweiht. Und doch rührt mich euer Gebet und ich kann nicht
dulden, daß mein Bruder Bel-Vorax und der Verderber Morgax Besitz von
dieser Welt ergreifen. Und so will ich euch beistehen in eurem Kampf.
Aarons Auferstehung
Und Solin sprach zu ihnen: sehet, ich will die Festigkeit eures
Glaubens prüfen. Hier ist einer, Aaron genannt, dessen Leib wurde vom
Dämon Nexus dahingerafft. Der Nexus stammte aus den Landen der Mitte
und opferte den Aaron auf dem Altar meines schwarzen Bruders Bel-Vorax. Dies
geschah, um dem Dämon Nexus die Gunst des Zerstörers zu gewinnen.
Betet zu Manthus und Quenn und Dorian und ich will mit euch sein und
wenn Euer Glaube stark genug ist, um den Aaron der Herrscherin der
Finsternis zu entreißen, so wird er auch stark genug sein, daß die
Götter des Lichts ihre Gnade wieder Celestria zuteil werden lassen.
Und sie formten einen Leib, denn der Leib des Aaron war durch die
dunkle Zauberkunst des Dämons Nexus verbrannt zu Asche. Und sie
formten ihn aus den Elementen Celestrias, aus Erde und Wasser und mit
der Luft des Windes trockneten sie ihn und im Feuer brannten sie ihn,
bis daß er fest ward.
Und Solin schuf einen Kreis mit seiner Macht, auf daß ihre Gebete
nicht von den Kreaturen der Finsternis gestört werden sollten und sie
legten den unfertigen Leib in die Mitte des Kreises. Und sie
versammelten sich um ihn und sie schrieben die Zeichen der lichten
Götter in den Kreis und flehten zu ihnen, daß sie den Leib mit Aarons
Seele erfüllen mögen.
Und als ihr Gebet eine Zeit gedauert hatte, erhob sich um sie eine
Schlacht zwischen den verlorenen Seelen der Rattenklaue und den
Kriegern der Insel der Winde und den Fremden aus dem Mittenland. Und
sie verzagten an ihrem Gebet doch Solin sprach zu ihnen: zagt nicht,
denn ihr seid meine Kinder und ich bin mit euch. Und sie flehten zu
den lichten Göttern, daß sie den Leib mit Aarons Seele erfüllen mögen.
Und als ihr Gebet eine weitere Zeit gedauert hatte, starben Krieger um
sie herum und die Krieger der Mittellande riefen: sehet, wir kämpfen
euren Kampf und wir sterben für euch, während ihr nur zu euren
nutzlosen Göttern fleht. Und sie verzagten an ihrem Gebet doch Solin
sprach zu ihnen: zagt nicht, denn ihr seid meine Kinder und ich bin
mit euch. Und sie flehten zu den lichten Göttern, daß sie den Leib mit
Aarons Seele erfüllen mögen.
Und als ihr Gebet eine weitere Zeit gedauert hatte, erschien ihnen der
Schwarze Mond und versuchte sie und verspottete sie und lästerte wider
die Götter des Lichts. Und sie verzagten an ihrem Gebet doch Solin
sprach zu ihnen: zagt nicht, denn ihr seid meine Kinder und ich bin
mit euch. Und sie flehten zu den lichten Göttern, daß sie den Leib mit
Aarons Seele erfüllen mögen.
Und als ihr Gebet eine weitere Zeit gedauert hatte, sahen sie einen
Stern aus dem Firmament fallen und sie hörten Aaron, der nach ihnen
rief. Und sie faßten Hoffnung in ihr Gebet und Solin sprach zu ihnen:
sehet, ihr seid meine Kinder und ich bin mit euch. Und die lichten
Götter erfüllten den Leib mit Aarons Seele.
Und Aaron wandelte im Licht.
Offenbarung des Solin
Sofern diejenigen, die der Familie des Lichts folgen werden, ihre
Gebote halten, wird es ihnen wohl ergehen in dieser Welt, und sie
werden vor den Mächten der Finsternis und der zerstörenden Zauberkunst
bewahrt bleiben, damit sie dieses Land für sich behalten können. Und
wenn sie ihre Gebote halten, werden sie in diesem Land gesegnet sein,
und niemand wird sie belästigen noch ihnen das Land ihres Erbteils
nehmen. Und sie werden im Lichte wandeln. Und sie werden sicher wohnen
immerdar.
Aber siehe, wenn die Zeit kommt, da sie in Unglauben verfallen,
nachdem sie so große Segnungen aus der Hand des Hellen Mondes
empfangen haben - denn sie haben Kenntnis von der Erschaffung der Erde
und aller Menschen und wissen auch von den großen und wunderbaren
Werken der Familie des Lichts von der Erschaffung der Welt an. Und
ihnen ist die Macht gegeben, durch Glauben alles zu tun. Und sie haben
alle Gebote von Anfang an und sind durch grenzenlose Güte auf diese
kostbare Insel der Verheißung geführt worden -, siehe, ich sage, wenn
der Tag kommt, da sie die wahren Götter des Lichts, den Vater und die
Mutter der Welt, die wohlwollende Zauberkunst und die streitbare
Gerechtigkeit, ihre Erlöser und Götter, verwerfen, siehe, dann wird
das Strafgericht des Dunklen Bruders, des Schwarzen Mondes, des
Verderbers und Zerstörers, auf ihnen sein.
Ja, er wird andere Nationen zu ihnen herführen, und denen wird er
Macht geben, und er wird das Land ihres Erbteils von ihnen nehmen, und
er wird sie zerstreuen und schlagen lassen.
Ja, sowie eine Generation in die andere übergeht, wird es unter ihnen
Blutvergießen und große Heimsuchungen geben. Und sie werden durch die
Finsternis des Schwarzen Mondes irren. Darum, meine Söhne und Töchter,
möchte ich, daß ihr daran denkt, ja, ich möchte, daß ihr auf meine
Worte hört.
O daß ihr erwachtet, erwachtet aus einem tiefen Schlaf, ja, aus dem
Schlaf der Düsternis, und die furchtbaren Ketten abschütteltet, womit ihr
gebunden seid - sind es doch die Ketten, womit die Menschenkinder
gebunden sind, so daß sie als Gefangene in den ewigen Abgrund des
Elends und Unheils hinabgeführt werden.
Erwacht, und erhebt euch aus dem Staub! Und hört die Worte eines
zitternden Verkünders, dessen Gebeine ihr bald in das kalte, stille
Grab legen müßt, von wo kein Wanderer zurückkehren kann. Wenige Jahre
noch, und ich gehe den Weg alles Irdischen.
Aber siehe, der Helle Mond hat meine Seele von der Dunkelheit
erlöst. Und ich habe seine Herrlichkeit geschaut und bin auf ewig
umfangen von den Armen seiner Liebe.
© 2000, Jan Vanvlodorp, Klaus Kellewald, Ralf Hüls
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